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Zum 30-jährigen Bestehen des Meditationshauses

Das Meditationshaus St. Franziskus ist 30 Jahre alt. Je mehr ich mich mit seiner Entstehungsgeschichte vertraut mache, die derzeitigen Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft reflektiere, auf die Sehnsucht der heutigen Menschen blicke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung: Dieses Haus wurde nicht gegründet, nicht vom Kopf her geplant, es ist entstanden. Es ist ein Geschenk des Geistes, jenes Geistes, der immer in seiner Kirche und zu seiner Kirche hin wirkt.

Die Errichtung des Meditationshauses vor 30 Jahren ist für mich aus heutiger Sicht ein kleines Wunder, ein prophetischer Vorgriff: Dass die bayerische Franziskanerprovinz ein ganzes Kloster einem Meditationsweg, der aus dem Buddhismus kommt, zur Verfügung stellt und seine Pforten spirituell suchenden Menschen aus allen Konfessionen und Religionen öffnet, ist nicht mit rationalem Kalkül erklärbar. Zudem bedurfte es eines hohen finanziellen und personellen Aufwands. Heute, aus der Sicht des Jahres 2007, stellt sich vieles anders dar. Gerade in der Begegnung mit dem Buddhismus hat sich in den letzten Jahren viel getan. Vom Nichtwissen, von Misstrauen und Ablehnung ist man übergegangen zu einem existenziellen Dialog. Die Dokumente der Kirche und ihre Aktivitäten sind weiter und offener, als das in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Auch unser Orden hat die kontemplative Dimension der franziskanischen Berufung wiederentdeckt.

Heute gilt für mich vor allem eines, nämlich Dank zu sagen. Mein Dank gilt zunächst dem, dem aller Dank gebührt - unserem Herrn und Schöpfer. Mein Dank gilt dem damaligen Provinzial, P. Moritz Steinheimer, und den Brüdern, die auf dem Provinzkapitel 1976 dem Bau dieses Hauses zugestimmt haben. Mein Dank gilt den Gründervätern P. Viktor Löw und P. Hugo Enomiya-Lassalle. Mein Dank gilt den Kursleitern und Kursleiterinnen, die durch ihre Kompetenz, ihr Engagement und ihre Offenheit für die Menschen, die zu uns kamen und kommen, das Meditationshaus St. Franziskus über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus bekannt gemacht haben. Mein Dank gilt auch unseren Angestellten, dem Büro-, Küchen-, Garten- und Reinemacherteam, die durch ihre wichtigen und wertvollen Arbeiten und das harmonische Zusammenwirken die gute Atmosphäre des Hauses prägen.

In der Entwicklung des Meditationshauses zeigt sich für mich die Lebendigkeit des Franziskanerordens, der nicht nur an überkommenen Einrichtungen und Positionen festhält, sondern offen ist für neue, zukunftsweisende Akzente und neue Wege geht - vor allem dort, wo es den Kern der Religion trifft, die Beziehung von Schöpfer und Geschöpf, von Gott und Mensch, das Gebet.

Unser Haus ist das einzige, das P. Lassalle in Europa eingeweiht hat. Er tat es zusammen mit dem damaligen Bischof der Diözese Eichstätt, Dr. Alois Brems. Inzwischen genießt es auch innenkirchlich ein hohes Ansehen.


P. Johannes Messerer OFM


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Hausbild