Sesshin

Bedeutet den Schriftzeichen nach "Herz-Geist-Berührung". Es ist die "Hoch-Zeit" für Zen-Übende, die intensivste Form der Übung in Gemeinschaft unter der Leitung eines anerkannten Zen-Lehrers oder -Meisters.

Es ist schwer, ja letztlich unmöglich, zu beschreiben, was Zen ist, bzw. welche Erfahrungen ich damit gemacht habe. Dennoch vermögen folgende Worte vielleicht eine Ahnung zu vermitteln: Geh in die Stille und Du wirst Dich dort finden. Geh zu Dir und Du wirst Gott dort finden. Geh zu Gott und Du wirst Dich mitten in der Welt wiederfinden!

Zen ist ja nichts anderes als das Leben selbst. Es ist, das Leben in seiner ganzen Unergründlichkeit "wahrzunehmen", das Unfassbare zu erfassen. Es ist "einfach gegenwärtig sein", alle "Vorstellungen" im eigentlichen Sinn des Wortes loszulassen. Es ist Heim-Kommen, Ankommen in einem ganz tiefen Sinn. Es ist, in der Gegenwart des Gegenwärtigen zu sein.

Christlich ausgedrückt ist Es, sich der Ursprungserfahrung des Glaubens selbst zu öffnen. In der Ausdrucksweise der Hl. Schrift sagt Gott von sich selbst auf Moses Frage "Wer bist Du, nenne mir Deinen Namen?" (das ist gleichbedeutend mit der Frage: "Was ist Dein Wesen?"): "Ich bin da!" (Exodus 3,14). Gottes Wesen ist das "DA SEIN". Es ist die zeitlose Ewigkeit im Nun des Augenblicks.

In der Zen-Meditation öffnen wir uns zur Wahrnehmung dieser Ebene des DA SEINS. Meister Mumon, einer der alten Zen-Meister, schreibt: "Weder beschrieben kann es werden, noch gemalt. Kein Lob kann es erreichen. Hör auf, es mit dem Kopf begreifen zu wollen. Das uranfängliche Angesicht ist nie verborgen. Selbst wenn die Welt zugrunde geht, bleibt Es unzerstörbar."

Die christliche Mystik umschreibt es so: "In seiner eigenen Tiefe, wo die wahre Gottähnlichkeit der menschlichen Natur verborgen ist (...), wo sich seine hohe Berufung offenbart, dort sieht der Mensch das, was demjenigen, der nicht in sein Herz "hinabgestiegen" ist, vollkommen unbekannt bleibt."

In geheimnisvoller Einigung findet sich der Mensch selbst im tiefsten Grund seines Wesens, als gottebenbildlicher Geist, als unsterbliche Person, schaut er bildlos Gott.

Darüber zu schreiben, zu sprechen, ist letztlich aber müßig. Denn ein Tropfen Erfahrung ist viel mehr wert als ein Meer von Wissen, so heißt es im Zen. In diesem Sinne mag das Geschriebene ein Ansporn sein, sich selbst auf den Weg zu machen und den Geschmack des Zen zu kosten. Denn das Betrachten von Kochbüchern und Rezepten macht bekanntlich ja nicht satt.

Othmar Franthal  Shùhò-Ken
Zenmeister und Leiter des Meditationshauses St. Franziskus


Kursverlauf:

  • täglich mindestens 13 x 25 Min. Zazen (Sitzen)
  • Dokusan (Einzelgespräch)
  • Teisho (Impuls-Vortrag)
  • strenges Schweigen
  • Teilnahme nur für Geübte

Die Sesshins werden in unserem Haus von P. AMA Samy, Othmar Franthal Shùhò-Ken, Johannes Fischer und Migaku Sato geleitet.

Tagespläne

P. AMA Samy: Sesshin
Othmar Franthal Shùhò-Ken: Sesshin, Oster-Sesshin und Weihnachts-Sesshin
Migaku Sato: Sesshin
Johannes Fischer: Sesshin

 

Datum Bezeichnung Kursleitung Plätze Anmelden
17.07.-23.07.2017SesshinP. AMA Samy

Warteliste: 20

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24.07.-30.07.2017SesshinOthmar Franthal

Warteliste: 7

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04.09.-10.09.2017SesshinP. AMA Samy

Warteliste: 23

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25.09.-01.10.2017SesshinOthmar Franthal

Warteliste: 26

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02.10.-08.10.2017SesshinJohannes Fischer

Freie Plätze: 6

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30.10.-05.11.2017SesshinOthmar Franthal

Warteliste: 31

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11.12.-21.12.2017Sesshin (10 Tg.)Othmar Franthal

Warteliste: 7

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