Zen und Psychotherapie
Meditation wird zur Entstressung und aus spirituellen Gründen geübt. Die in den letzten Jahren durch Jon Kabbat Zinn in therapeutische Konzepte übertragene achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness based stress reduction, MBSR) ist so in die therapeutische Arbeit eingegangen. Therapie will emotionale Belastungen lösen, Meditation ebenso. Wenn Menschen diesen Belastungen aus dem Weg gehen und versuchen, sie nur über Meditation zu lösen, spricht man von spiritual bypassing, wenn Menschen nicht über die Auseinandersetzung mit emotionalen Themen hin zu einer spirituellen Weiterentwicklung finden und immer weiter Therapie machen wollen, spricht man von psychological bypassing.
In diesem Kurs wollen wir unter Berücksichtigung der therapeutischen Zen Literatur (z.B. Zen Therapy von David Brazier und Zen Meditation Therapy von Tomio Hirai u.a.) ausloten, wie Psychotherapie und Meditation und andere Konzepte spiritueller Therapie sich gegenseitig unterstützen können. Worauf muss ich achten, um durch Meditation die emotionale und worauf, um durch Psychotherapie die spirituelle Entwicklung zu fördern?
Die Rahmenbedingungen entsprechen einem Zen-Einführungskurs
- mit 2x achtsamer Körperarbeit in der Form des Yoga
- 6x20 Min. Sitzmeditation
- ganztägiges Schweigen bis Sonntag
- Möglichkeit zum Einzelgespräch
- Vorträge zur Verbindung und Abgrenzung von Psychotherapie und Zen
An wen wendet sich der Kurs?
Der Kurs wendet sich an alle, die sich für Meditation und Therapie interessieren, selbst schon Therapie in Anspruch genommen haben und an Personengruppen, die im therapeutischen Kontext tätig sind. Der Kurs stellt keine Psychotherapie dar, sondern ist als hilfreiche Ergänzung zu einer laufenden Therapie möglich. In diesem Fall bitten wir die Teilnahme vor Anmeldung mit dem/der behandelnden Therapeuten bzw. Therapeutin abzuklären.
Nicht geeignet ist der Kurs - wie bei Meditation im Allgemeinen – für Menschen mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, Psychosen und akuten schweren Depressionen sowie bipolaren Erkrankungen.